Ressourcenpakete (ehemals Texturpakete) sind eine Möglichkeit, Minecraft ganz nach deinen Wünschen visuell anzupassen. Natürlich gibt es viele großartige Packs im Netz zum Herunterladen, aber vielleicht möchtest du ja selbst ein eigenes Pack zusammenstellen? Das kann ein spannendes Langzeitprojekt sein – du kannst aber auch nur eine einzelne Textur anpassen und alles andere so belassen. So oder so musst du dich mit der Erstellung eines Resource Packs auseinandersetzen. Deshalb geben wir dir heute eine vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung mit, um deine eigenen Texturen ins Spiel einzufügen.
Vorbereitung: Programme und Einstellungen für dein Minecraft-Resource-Pack
Unser Tutorial bezieht sich auf Windows 11 und die dort vorhandenen Programme und Möglichkeiten. Du kannst das Ganze aber auch auf einem anderen Betriebssystem durchführen.
Zuerst solltest du ein paar wichtige Dinge vorbereiten, damit es später einfacher wird. Schalte die Endungen für Dateien im Windows-Explorer ein (Ansicht → Einblenden → Dateinamenerweiterungen). Dadurch kannst du Dateien später besser auseinanderhalten und umbenennen. Außerdem ist WinRAR (oder 7‑Zip) sehr hilfreich, denn es funktioniert zuverlässiger als Microsofts integrierte Archivfunktion. Alle anderen nötigen Programme, wie etwa ein Texteditor, sollten bereits installiert sein.
Um die Texturen selbst bearbeiten zu können, brauchst du ein Bildbearbeitungsprogramm. Wähle das Programm aus, mit dem du dich am wohlsten fühlst. Wir empfehlen GIMP, da es kostenlos ist und sich einfach bedienen lässt. Für präzisere Pixelarbeit ist Aseprite eine gute Lösung, denn es ist direkt für Pixelart ausgelegt.
Vorlage erstellen: Original-Minecraft-Assets extrahieren

Um ein Texturenpack zu erstellen, braucht es eine Vorlage, an der du dich orientieren kannst. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel den Download eines Templates online. Das ist jedoch nicht nötig, wenn du dich ein wenig in Minecrafts Dateien umschaust: Du kannst die Assets auch direkt aus dem Spiel ziehen.
Minecraft Resource-Pack-Vorlage erstellen:
- Navigiere zum “.minecraft”-Ordner (unter %appdata%) und dort zu “versions”. Wähle die Version deiner Wahl aus, in unserem Fall 1.21.11. Kopiere die .jar-Datei an einen separaten Ort zur Bearbeitung.
- Benenne die Datei von .jar in .zip um (dafür musst du die Dateiendungen aktiviert haben, wie beschrieben). Bestätige die Warnung. Extrahiere danach das Archiv; die ursprüngliche .zip kannst du anschließend löschen.
- In diesem Ordner löschst du alle Ordner und Dateien, außer “assets”. Darin befinden sich die wichtigen Inhalte.
- Navigiere von “assets” zu “minecraft” und lösche dort auch alle Ordner, außer “textures”. Wie der Name sagt, findest du dort alle Texturen, in Unterordner unterteilt.
Texturen bearbeiten: Eigene Minecraft-Texturen erstellen

Jetzt hast du eine Vorlage, um die Texturen zu bearbeiten. Klicke dich durch die übrigen Ordner und suche nach den Dateien, die du bearbeiten möchtest. In “block” findest du alle Blöcke, in “item” alle Items, und so weiter. Wenn du wirklich jedes Asset bearbeiten willst, kostet das einiges an Zeit. Du kannst aber auch nur einzelne Dateien anpassen.
Wir haben uns für diese Texturen als Demonstration entschieden:
- apple.png in “item”
- stone.png in “block”
- inventory.png in “gui” → “container”
Bearbeite die Dateien nun im Bildbearbeitungsprogramm deiner Wahl. Bedenke, dass Minecrafts Standardtexturen 16x16 Pixel groß sind. Das ist wenig Platz, kann aber auch die Kreativität anregen. Einige andere Assets, beispielsweise das Inventar, haben andere Größenverhältnisse. Arbeite innerhalb des gegebenen Rahmens und nutze die Originaldatei als Grundlage zum Abpausen. Ändere am besten nichts an der tatsächlichen Bildgröße.
Speichere oder überschreibe nach der Bearbeitung einfach die Originaldatei. Du darfst die originalen Dateien aber NICHT umbenennen, sonst werden sie vom Spiel nicht mehr erkannt. Die Textur selbst kannst du natürlich anpassen – das ist ja gewollt.
Am Ende kannst du alles löschen, was du nicht bearbeitet hast. Denn die normalen Assets müssen nicht zwingend überschrieben werden. Im Spiel kannst du so mehrere Packs übereinanderlegen und sogar kombinieren.
pack.mcmeta und pack.png korrekt anlegen

Wenn du alle gewünschten Texturen angepasst hast, musst du noch zwei weitere Dateien anlegen. Navigiere dafür wieder aus dem assets-Ordner heraus und lege dort zuerst eine Textdatei an, die du “pack” nennst. In diese Textdatei kopierst du folgenden Inhalt und passt ihn anschließend an:
{
"pack": {
"description": "desc",
"min_format": 75,
"max_format": 75
}
}
Einige Aspekte kannst du hier austauschen, unter anderem die Zahl. Sieh dafür im Minecraft Wiki unter Pack format in der unteren Tabelle nach, welche Nummer für deine Minecraft-Version gilt. Für 1.21.11 ist es 75 – ändere diese Zahl also entsprechend bei beiden Werten. Ersetze zudem “desc” durch eine Beschreibung deiner Wahl, in unserem Fall “It’s just a test”. Speichere die Änderungen ab. Danach musst du die .txt in eine .mcmeta umbenennen, um den richtigen Dateityp zu haben, also pack.mcmeta.
Die zweite Datei ist optional, aber du solltest sie trotzdem anlegen. Dabei handelt es sich um das Bild deines Resource Packs, das den Namen “pack.png” tragen sollte. Wichtig ist, dass das Bild quadratisch ist. Wir empfehlen 128x128 Pixel.
Installation: Resource Pack in Minecraft aktivieren

Soweit hast du alle wichtigen Schritte erledigt – nun musst du das Resource Pack noch in Minecraft übertragen. Wähle dafür assets, pack.mcmeta und pack.png aus und komprimiere diese Dateien zu einer .zip-Datei. Im selben Schritt kannst du deinem Texturenpack auch einen Namen geben. Jetzt ist deine Datei fertig.
Starte Minecraft und navigiere in den Einstellungen zu den Ressourcenpaketen. Dort kannst du den entsprechenden Ordner öffnen und dein fertiges Pack hineinziehen. Wenn alles klappt, sollte es angezeigt werden. Deine Texturen erscheinen jetzt im Spiel und du kannst sie auch im Nachhinein anpassen.

Das Resource Pack kannst du auch hochladen oder mit anderen Spielerinnen und Spielern teilen, wenn du das möchtest. Oder du änderst nach Belieben noch weitere Assets, wenn du Zeit hast.
Fazit: Eigenes Minecraft-Resource-Pack erstellen
Ein eigenes Ressourcenpaket für Minecraft zu erstellen, kann eine große Herausforderung sein, ist aber perfekt, um das Spiel individuell anzupassen. Wir empfehlen es fortgeschrittenen PC-Nutzerinnen und -Nutzern oder Pixelart-Künstlerinnen und -Künstlern, die sich gerne einmal ausprobieren möchten. Solange du unser Tutorial befolgst, sollte nichts schiefgehen.
Du kannst das Texture Pack auch auf deinem eigenen Minecraft-Server nutzen, den du unkompliziert bei uns mieten kannst. Entwirf gemeinsam mit Freundinnen und Freunden ein eigenes Pack und tauscht es untereinander aus – für ein einzigartiges Spielerlebnis!



